Mittwoch, 12. November 2008
An einem Mittwoch im November
Jeder kennt die Situation: Man steht an der Kasse eines größeren Kaufhauses, Elektrofachmarkts etc. und bekommt die (mehr oder weniger als solche formulierte) Frage gestellt: "Ihre Postleitzahl?" Meistens ohne "Bitte", und in einem Moment, der wenig Ausflüchte lässt. In den letzten Wochen habe ich mich immer wieder in besagten Situationen wiedergefunden und fand es hochinteressant, wie subtil Druck ausgeübt werden kann:
1. Die Frage nach der Postleitzahl war in über 8 von 10 Fällen überhaupt keine Frage, sondern eine Forderung, die so gestellt wurde, als gehöre sie ganz normal zum Bezahlprozess dazu.
2. In allen Fällen die ich erlebt habe wurde sie gestellt, während die Kassenkraft mit meinem Wechselgeld beschäftigt war, und sie hielt es solange zurück, bis ich eine Antwort gegeben habe.
3. In keinem der Fälle wurde irgendeine Begründung artikuliert, wofür die Postleitzahl gebraucht wird. Erst auf Nachfrage hin, wurde mir der Wortbrocken "Marktforschung" hingewo..........................................................................................................................................
..............................................................................................................Gerade klingelte das Telefon und die Telekom rief bei mir an, um mir von einem Sonderangebot für Kunden zu berichten. Auf die Frage, ob das Gespräch zu Qualitätssicherungszwecken aufgezeichnet werden darf antwortete ich sofort: "Nein".
Daraufhin sagte mir die bis dahin noch freundliche Dame am anderen Ende: "Dann beenden wir unser Gespräch jetzt, Herr Karakoulakis. Auf Wiederhören."
Ende des Eintrags...
1. Die Frage nach der Postleitzahl war in über 8 von 10 Fällen überhaupt keine Frage, sondern eine Forderung, die so gestellt wurde, als gehöre sie ganz normal zum Bezahlprozess dazu.
2. In allen Fällen die ich erlebt habe wurde sie gestellt, während die Kassenkraft mit meinem Wechselgeld beschäftigt war, und sie hielt es solange zurück, bis ich eine Antwort gegeben habe.
3. In keinem der Fälle wurde irgendeine Begründung artikuliert, wofür die Postleitzahl gebraucht wird. Erst auf Nachfrage hin, wurde mir der Wortbrocken "Marktforschung" hingewo..........................................................................................................................................
..............................................................................................................Gerade klingelte das Telefon und die Telekom rief bei mir an, um mir von einem Sonderangebot für Kunden zu berichten. Auf die Frage, ob das Gespräch zu Qualitätssicherungszwecken aufgezeichnet werden darf antwortete ich sofort: "Nein".
Daraufhin sagte mir die bis dahin noch freundliche Dame am anderen Ende: "Dann beenden wir unser Gespräch jetzt, Herr Karakoulakis. Auf Wiederhören."
Ende des Eintrags...
Labels:
Marktforschung,
Protest
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
5 Kommentare:
ich hatte vor kurzem eine ähnliche erfahrung bei einer großen Kette an der Hauptwache, die sich auf technische Geräte und Videozubehör spezialisiert. Die Frau konnte mir keine Antwort geben, als ich sie fragte, wieso sie meine Postleitzahl haben wolle.
Vielleicht wusste sie es wirklich nicht, vielleicht darf man als Angestellte/r keine Fragen stellen, sonst ist man/frau draußen.
ich gebe immer eine andere postleitzahl an, das ist meine form des widerstandes.
meine antwort in besagtem fachgeschäft war letztes mal: ich bin wohnsitzlos.
der angestellte blieb daraufhin stumm...
nicht schlecht....
alternativ könnte man noch aus postmoderner perspektive sagen "naja, in zeiten eines flexiblen kapitalismus, wo langfristigkeit nicht mehr existiert, wo wir alle flexible menschen sind bzw. sein müssen, wohne ich mal hier, mal dort, ich bin ein nomade in zeiten der postmoderne, blabalala", auf die reaktion des verkäufers, der verkäuferin wäre ich gespannt.
es sollten antworten gegeben werden, die den erwarteten, routinierten ablauf stören.
in diesem sinne,
grüsse eines wohnsitzlosen
genau, antworten die diese kurzfristig geltendgemachte auswegslosigkeit (wie ist ihre postleitzahl? ausgehend von: vor mir steht ein mensch, zu ihm gehört eine postleitzahl) unterlaufen können, indem man empirische momente findet, die eine zuordnung mensch-postleitzahl ad absurdum führt.
oder heute:
ich lebe in einem paralleluniversum. da gibt es keine postleitzahlen
Kommentar veröffentlichen