Freitag, 24. Oktober 2008
Fußballstadion als Panopticon
Die Idee des Panopticons wird oft mit Gefängnissen in Zusammenhang gebracht; in seinem Buch "The Sociology of Sports" wendet es der Autor des Buches, Richard Giulianotti, auf das Fußballstadion und andere Sportstätten an.
Als regelmäßiger Besucher des Stadions in Frankfurt weist die Verknüpfung des Panopticons mit dem Fußballstadion durchaus fruchtbare Elemente auf. In der Mitte der so genannten "Commerzbank Arena" befindet sich ein großer Videowürfel, der u.a. die Spielstände, Aufstellungen anzeigt und unter dem sich Überwachungskameras befinden. Ab und an werden auf der Videotafel Fans eingeblendet, die fast jedesmal erfreut sind,wenn sie für alle Zuschauer sichtbar auf dem Videowürfel eingeblendet werden. Ich habe mich gefragt, wie ich reagieren würde, aber die Tatsache, dass man nicht die Kontrolle hat, dass man die Kamera nicht steuern kann, ist ein ungutes Gefühl. Ich bin nur als Zuschauer im Stadion möchte ich der Überwachungskamera sagen. Meist ist es jedoch so, dass vor allem junge Frauen oder Prominenz auf dem Videowürfel eingeblendet werden. Der panoptische Blick hat also mehrere Funktionen und ist mit diversen Interessen verknüpft. Der Blickfang attraktiver Frauen oder anderer Personen dient der Unterhaltung, und das Wissen um die Omnipräsenz dieser Kameras soll wohl Gewalt vorbeugen.
Ich werde fortan öfter auf den Videowürfel gucken und bewusst nach Kameras im Stadion suchen, nicht, weil ich sie entfernen kann, sondern ich bilde mir ein, den kameras sagen zu können. "macht euch noch so unsichtbar, ich sehe auch euch, ich weiss, dass ihr existiert".
Als regelmäßiger Besucher des Stadions in Frankfurt weist die Verknüpfung des Panopticons mit dem Fußballstadion durchaus fruchtbare Elemente auf. In der Mitte der so genannten "Commerzbank Arena" befindet sich ein großer Videowürfel, der u.a. die Spielstände, Aufstellungen anzeigt und unter dem sich Überwachungskameras befinden. Ab und an werden auf der Videotafel Fans eingeblendet, die fast jedesmal erfreut sind,wenn sie für alle Zuschauer sichtbar auf dem Videowürfel eingeblendet werden. Ich habe mich gefragt, wie ich reagieren würde, aber die Tatsache, dass man nicht die Kontrolle hat, dass man die Kamera nicht steuern kann, ist ein ungutes Gefühl. Ich bin nur als Zuschauer im Stadion möchte ich der Überwachungskamera sagen. Meist ist es jedoch so, dass vor allem junge Frauen oder Prominenz auf dem Videowürfel eingeblendet werden. Der panoptische Blick hat also mehrere Funktionen und ist mit diversen Interessen verknüpft. Der Blickfang attraktiver Frauen oder anderer Personen dient der Unterhaltung, und das Wissen um die Omnipräsenz dieser Kameras soll wohl Gewalt vorbeugen.
Ich werde fortan öfter auf den Videowürfel gucken und bewusst nach Kameras im Stadion suchen, nicht, weil ich sie entfernen kann, sondern ich bilde mir ein, den kameras sagen zu können. "macht euch noch so unsichtbar, ich sehe auch euch, ich weiss, dass ihr existiert".
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Fußballstadion,
Kameras
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4 Kommentare:
vor einigen Tagen lief im DSF eine Dokumentation über so genannte Hooligans. Der britische Schauspieler Danny Dyer reiste nach Schottland und interviewte verschiedene Mitglieder ehemaliger Hooligan Organisationen (auch 'firms' genannt). In der einstündigen Dokumentation wurden diverse,vermutlich von Überwachungskameras aufgezeichnete Schlägerein verschiedener firms gezeigt. Der Zuschauer wurde damit automatisch zum Voyeur und wurde damitindirekt zum Verbündeteten der Überwachungskameras, die all die Szenen der Schlägereien dokumentierten. Wir sehen also, dass in diesem Kontext mit den Aufnahmen weit mehr als nur die Identifizierung von Hooligans verbunden ist, das Material wird auch mit einem ökonomischen Interesse benutzt und manifestiert sich in solchen Dokumentationen. Diese Dokumentationen beziehen ihren Reiz aus diesem Material, ansonsten gibt es wenig informatives für den Zuschauer.
Ein kurzer Gedanke von mir zu diesem Thema.
hej jonahb,
wie du in deinem Beitrag beschreibst scheint die Entscheidung ins Stadion zu gehen um ein Fußballspiel zu sehen hier ja unumgänglich mit der Einverständnis verknüpft potenziell im Videowürfel gescreent zu werden. Das ist ein ziemlich bedrückender Gedanke... ich frag mal bei der Commerzbank-Arena an, ob man als Zuschauer die Möglichkeit hat, sich für den Videowürfel "unsichtbar/unscreenbar" zu machen!
cheers
da bin ich mal gespannt.
interessant auch, wieviele kameras es gibt, alle szenen jedes einzelnen spielers werden während der 90 minuten eingefangen. als spieler wird man 90 minuten überwacht wenn man so will.
In der Commerzbankarena gibt es ohnehin 2 Webcams, die ständigen Einblick in die fankurve und auf den Rasen geben, zwar nicht en detail aber...
http://www.commerzbank-arena.de/webcam/webcam1.htm
http://www.commerzbank-arena.de/webcam/webcam2.htm
Wie ist das denn bei webcams? Überwachungsklameras müssen ja "bekannt gemacht" werden, aber ich habe noch nie ein Schild gesehen "dieser Bereich ist durch eine webcam einsehbar". Und davon gibts in Frankfurt ja echt viele...
Und google earth? Kann man sein Häuschen da tilgen lassen? Nö. Also gelten Persönlichkeitsrechte nur wenn man als individuelle Person identifizierbar ist und ansonsten darf jeder jedem zuschauen?
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